Bewohnerbeirat
Ihre Bedürfnisse - unsere Anliegen
Altenpflegeheime sind meist die letzte Heimstatt unserer Senioren           (Bewohner von Altenpflegeheimen haben keinen Anspruch in ein Hospiz zu wechseln). Bewohnerbeiräte in den Altenpflegeheimen im Landkreis Biberach: 1. Statistische Zahlen: 26 Altenpflegeheime mit über 1.600 stationären Betten. Damit sind die Heime insgesamt gesehen ein bedeutender  Dienstleistungsbetrieb im Landkreis mit enormer gesellschaftlicher Verantwortung für die Bewohner. 2. Veränderungen a) Demografischer Wandel, steigende Bettenzahl trotz meist späteren Eintritts, Pflegebedürftigkeit der Bewohner in den Heimen steigt. b) Wandel vom Altenheim zum Pflegeheim. Während vor 10 bis 15  Jahren noch weitgehend die Kommunen diese Aufgabe wahrnahmen, sind während dieses Wandels– bis auf die Hospitalstiftung Biberach -  private Träger oder Gesellschaften getreten. Dies  hat sich fast stillschweigend vollzogen. Damit fallen kommunalpolitische Spielregeln der Fürsorge bei Führung und Betrieb  der Heime weitgehend weg. Altenpflegeheime sind heute – wie die Krankenhäuser -  wirtschaftlich ausgerichtete Betriebe, wenn auch unter gesetzlichen Mindestvorgaben geführt. 3.  Bewohnerbeirat                                                                                            Jedes Pflegeheim hat einen Bewohnerbeirat, deren Größe von der Zahl der Bewohner in der Einrichtung abhängt. Er ist alle zwei Jahre aus den Bewohnern selbst und ergänzend aus einem nahestehenden Personenkreis zu wählen. Kann die Wahl infolge Bewerbermangels nicht stattfinden, bestellt die Heimaufsicht (Gesundheitsamt Biberach) ein Fürsprechergremium, wenn auch das nicht möglich ist,  einen Bewohnerfürsprecher von Amts wegen. Die Rechte und Pflichten wie das Betätigungsfeld unterscheiden sich bei den gewählten und bestellten Vertretern nicht. Die Heimmitwirkung hat unter den dargestellten Veränderungen also an Bedeutung gewonnen. Tatsächlich ist diese aber immer mehr in den Schatten der Anonymität getreten. Situationsschilderung: Im Kreis Biberach sind von den 26 Pflegeheimen nur 9 Bewohnerbeiräte gewählt während 17 bestellte Fürsprechergremien/Heimfürsprecher  von Amts wegen tätig sind. Dieses Verhältnis macht nachdenklich und hinterlegt eine deutlich  angespannte Personalsituation bei der Heimmitwirkung. Insgesamt sind etwa 70 Heimbeiratskräfte ehrenamtlich tätig. Ziel und Zweck: Der Bewohnerbeirat ist die generelle Interessenvertretung der Bewohner und er  hat ein Mitwirkungsrecht bei der  Gestaltungen des Heimlebens. Damit ist der Zweck: Selbständigkeit und Selbstbestimmung und damit die Würde der Bewohner zu stützen  und zu fördern sowie das Ziel: eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe  am Leben der Gesellschaft zu ermöglichen, umrissen. Eine durchaus wichtige,  anspruchsvolle aber genauso hingebungsvolle Aufgabe. 4. Aufgabe des KSR BC Die bisher völlig isoliert agierenden und auf sich allein gestellten Bewohnerbeiräte der einzelnen Heime zu einer kreisweiten Gemeinschaft mit folgenden Zielen  zusammenzuführen: a) Gegenseitiges Kennenlernen, Kommunikation und Meinungsaustausch erleichtern b) Zentrale Unterrichtung und Ausbildung ermöglichen c) Den Heimbeiräten praktische Ratschläge und allgemeinen Rückhalt vermitteln d) An den Pflegestandorten das örtliche Interesse an diesem wichtigen Ehrenamt in der Bevölkerung anheben (Respekt entgegenbringen, Dank und Anerkennung aussprechen). Hier stellen wir Ihnen den ausgearbeiteten Leitfaden für den Bewohnerbeirat sowie die Broschüre “Mitwirkung im Heim”, Gesetzliche Bestimmungen und andere Ausführungen zum Herunterladen vor.
Unser Fortbildungskonzept im Einzelnen Unten angeschlossene Datei übermittelt Ihnen die Schulungseinheiten des Grundkurses unseres Dozenten Rudolf Hartmann, den wir im November 2014 in Mietingen und Langenenslingen abgehalten haben. Damit können Bewohnerbeiräte sich schon mal einen besseren Überblick über den breit angelegten Kursinhalt verschaffen. Vielleicht entdecken Sie dabei noch Wissenslücken oder erhalten gar weitere Anregungsanstöße? Ein Grund mehr, eine Fortbildung ins Auge zu fassen. Wir freuen uns. Sie können jederzeit weitere Auskünfte erhalten oder Ihr Fortbildungsinteresse beim Dozenten Herrn Rudolf Hartmann, Alpenweg 3, 88487 Mietingen, Telefon: 07353 91169, Mobil:015228978303, E-Mail: rudolf.Hartmann@web.de bekunden. Der KSR wird bei ausreichender Nachfrage weitere Kurse anbieten. PDF-Datei zum Herunterladen....
Der Personalschlüssel in Pflegeheimen*                                                 ein unendliches Thema auch bei Bewohnerbeiräten Die Bundesländer haben einen unterschiedlichen Personalschlüssel. Wie kommt es zur Festlegung von Personalschlüsseln? Man könnte zunächst vermuten, dass mit diesen Schlüsseln ein konkreter Leistungskatalog verknüpft ist: d.h. es wird festgelegt, was in wieviel min /Tag und Bewohner/In geleistet werden soll. Dies ist ausdrücklich nicht der Fall, oder um es deutlich zu sagen: wie mit durchschnittlich wieviel min eine aktivierende und ressourcenorientierte Pflege möglich sein soll, wie sich diese also innerhalb dieses Zeitbudgets darstellen soll, ist nirgendwo hinterlegt. Vielmehr ist es so, dass die Festlegung von Pflegeschlüsseln eine finanzpolitische Angelegenheit ist. Es wird also zunächst gefragt: Was können wir uns leisten? und erst dann: Was brauchen wir? Die Orientierung der Personalschlüssel an den Einstufungen durch den MDK führt Immer noch zu einem Missverständnis: keinesfalls ist es so, dass die vom MDK festgestellten Pflegeminuten bei der Einstufung in einem Pflegeheim auch zur Durchführung der Pflege zur Verfügung stehen. Glaubt also beispielsweise ein Angehöriger, seiner Mutter steht bei Pflegestufe 3 die vom MDK mindestens festgestellte Pflegezeit von 240min zu, irrt er sich. In den Richtlinien des MDK heißt es dazu: Die Zeitorientierungswerte enthalten keine Vorgaben für die personelle Besetzung von ambulanten, teil- oder vollstationären Pflegeeinrichtungen und lassen keine Rückschlüsse hierauf zu. Rückschlüsse auf die personelle Besetzung von Einrichtungen verbieten sich auch deshalb, weil der Zeitaufwand gemäß § 15 Abs. 3 SGB XI bezogen auf Familienangehörige oder andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegepersonen ermittelt wird, in Einrichtungen aber hauptberuflich tätige Kräfte arbeiten. MDK-Richtlinien bei Laienpflege        Durchschnitt        in den  Pflegeheimen erbracht Pflegestufe1   45-119 min                         83 min                            50 bis 60 min                                              Pflegestufe2 120-239 min                       180 min                            85 bis 95 min Pflegestufe3   ab 240 min                     >240 min                         105 bis 115 min Insgesamt muss daher davon ausgegangen werden, dass in deutschen Pflegeheimen teilweise nicht einmal die Hälfte der Pflegezeit zur Verfügung steht, die der MDK für die sogenannte Laienpflege ermittelt. Kein Pflegewissenschaftler oder Sozialpolitiker wird ernsthaft behaupten wollen oder gar nachweisen können, dass mit diesen Zeitressourcen eine menschenwürdige, d.h. aktivierende Pflege machbar ist. Für 3000 Euro Heimkosten lassen sich durchschnittlich etwa 80 min direkte Pflege/Tag finanzieren. Selbstverständlich gibt es bei gleichen Rahmenbedingungen deutliche Qualitätsunterschiede bei den Pflegeheimen, es sollte aber deutlich sein, dass eine aktivierende Pflege auch bei besseren Häusern unter diesen Rahmenbedingungen kaum möglich ist. Die in den Pflegeheimen offen stehende Zeit könnte zumindest teilweise durch angelernte Hilfskräfte oder ehrenamtliche Begleitdienste abgemildert werden. Persönliche Zuwendung muss nicht ausschließlich hauptberuflich erfolgen. Bei den Nachtdiensten in Pflegheimen ist die Situation noch angespannter. In den Nachtdiensten reicht die Personalbesetzung häufig nicht aus, um neben den vielfältigen Versorgungsanforderungen den individuellen Problemen der Patientinnen und Patienten (Angst, Unruhe, Mitteilungsbedürfnis etc.) gerecht zu werden. So hat man z.B. in Bayern versucht diese Spannung etwas abzumildern, in dem alle Einrichtungen  gehalten sind, ab Juli 2015, wenigstens eine Pflegekraft für 30 bis maximal 40 Bewohnerinnen und Bewohner einzusetzten. (Üblich 50). Als Begründung wird angeführt: Der Anteil der dementiell erkrankten Menschen sowie die multimorbiden Pflegebedürftigen in den stationären Pflegeeinrichtungen ist hoch und wird weiter ansteigen. *Dieser Artikel wurde aus verschiedenen Beiträgen zusammengetragen. Eine Haftung auf Vollständigkeit der Einordnungen und Wertungen wird nicht übernommen.